Sonntag, 25. März 2012

:)

Meine Lieben in Deutschland,

ich hoffe es geht euch gut und ihr hattet eine tolle Woche und ein schönes Wochenende!
Meine Woche war recht anstrengend, wie der Creche-Alltag nun mal ist, aber es war auch sehr schön. Die Kids sind einem einfach schon so sehr ans Herz gewachsen. Wir haben Donnerstag den Geburtstag von drei Kindern und der Tia Meike gefeiert, mit richtig leckerem brasilianischen Schokokuchen und einer tollen Gemeinschaft. Die Kids haben sich so sehr gefreut, einmal im Mittelpunkt zu stehen und volle Aufmerksamkeit zu bekommen, was zu Hause nicht immer der Fall ist. Auch die Geschenke wurden mit großen Augen entgegengenommen, das war so schön zu sehen!
Was mir gerade einfach ein wenig schwer fällt ist, dass ich nun als studierte Sozialpädagogin gerne noch anders mit den Kindern arbeiten würde, es aber wegen der Sprachdefizite nicht möglich ist. Das ist schade. Aber dann merke ich auch, dass ich lediglich durch Umarmungen oder Ähnliches auch etwas tun und geben kann, was hier nun gerade dran ist. :)

Mit Jessi und Meike verstehe ich mich einfach super. Es tut sehr gut nach der Arbeit mit jemandem Deutsch reden zu können, und während der Arbeit durch sie sprachlich unterstützt zu werden, da sie relativ gut Portugiesisch sprechen. Ich danke Gott für die Beiden. :)


Am Samstag hatte Meike nun tatsächlich Geburtstag und wir haben mit noch zwei anderen Praktikantinnen, die am Dienstag wieder nach Deutschland fliegen, reingefeiert. Da wir hier eine große bis sehr große Menge Kekse essen und Meike diese auch besonders liebt, haben Jessi und ich ihr einen Self-Made-Keks-Kuchen gebacken. Am Rand leider etwas verkohlt ;);), aber die Mitte war suuper lecker und sie hat sich von Herzen gefreut, das war schön!

Der Sonntag heute war einfach einer der wunderschönesten Tage hier in Brasilien, bis jetzt ;). Wir haben heute morgen den Gottesdienst von der Ozana besucht, die eine Kollegin von der Creche ist. Wir wurden von allen so herzlich begrüßt, das war einfach toll. Im Kindergottesdienst waren wir eine Hauptattraktion und mussten ihnen ein deutsches Kinderlied beibringen ;). Vom Gottesdienst selber habe ich leider wenig verstanden, aber alleine die Gemeinschaft mit anderen Christen war schön und tat gut und es war eine gesegnete Zeit. Eigentlich waren wir danach zum Mittagessen bei Ozana eingeladen, aber wir haben so schnell zwei "Freunde" (oben auf dem Foto ist Sara) dort gefunden, dass sie mit uns zusammen essen gehen wollten und uns auch was von ihrer schönen Stadt zeigen wollten. Es war so eine Wohltat, dass die beiden Englisch konnten und ich mich einfach mal mit Brasilianern unterhalten konnte. :) Die haben uns mit in ihr Auto genommen und los ging es. Wir wurden in einem Restaurante zum Essen eingeladen!!! Da durften wir nicht widersprechen. Ich habe so viele Spezialitäten probiert/probieren müssen, dass ich schon gar nicht mehr weiß, was es alles genau war ;). Danach sind wir zu einem Museum gefahren, wo früher der König von Portugal gelebt hat. Leider hatte es doch nicht geöffnet, so haben wir uns aber die tolle Gegend und den Park angeschaut. Und danach sind wir noch in den (nach ihrer Meinung) größten und schönsten Park in Sao Paulo gefahren. Die Natur mitten in der Stadt war so wunderschön. Es tat einfach gut, mal etwas von den schönen Seiten der Stadt zu sehen und nicht nur ausschließlich unseren Stadtteil, das Elend und die Armut dort. Ich bin Gott sehr dankbar, dass er mir den Tag heute geschenkt hat.

Gleichzeitig freue ich mich nach diesem tollen Wochenende auch wieder auf die Kids und ebenso auf die Mitarbeiterinnen der Creche. Es steht außer Frage, dass mir hier jeder Tag mit der fremden Sprache nicht nur leicht fällt und ich auch immer wieder Situationen erlebe, wo ich einfach überfordert bin, aber Gott hat mich hier hingestellt und dieses Wissen hilft mir. Ich spüre seine Führung jeden Tag!
Mit einem letzten Foto des heutigen Tages verabschiede ich mich nun und wünsche euch von Herzen morgen einen guten Start in die neue Woche!
Ich habe euch lieb,
eure Vanessa :)

Sonntag, 18. März 2012

Ein schönes Wochenende...

Oi Oi,

ich sende euch liebe Grüße aus der Wohnung von Elke und Adriano. Hier verbringe ich gerade mein Wochenende und ich genieße es.
Die letzte Arbeitswoche ist leider sehr stressig ausgegangen, da die Grippewelle die Creche erreicht hat. Viele Kinder sind krank oder ansatzweise krank und auch die Mitarbeiterinnen hat es zum Teil erwischt. Auch ich bin leider krank geworden, und da ist das Arbeiten mit Kindern gleich doppelt so anstrengend. Dazu kam, dass auch Jessi krank geworden ist und wirklich gar nicht zur Arbeit gehen konnte. Somit mussten Meike und ich die Arbeit unter uns aufteilen. Schlussendlich haben wir die Woche dann doch gut hinter uns gebracht und der Start in das Wochenende war dann um so schöner. Hier bei Elke habe ich nun auch die Möglichkeit medizinisch versorgt zu werden und mir geht es heute am Sonntag schon viel, viel besser. Ich freue mich schon wieder auf die Kids in der Creche.

Mit den Kids von Elke und Adriano habe ich auch gestern den Tag verbracht, sodass Elke und Adriano sich auch mal Zeit für sich nehmen konnten und Termine zu Zweit wahrnehmen konnten. Es hat wirklich Spaß mit Mark und Sara gemacht und ich bin Gott dankbar, dass auch alles gut geklappt hat. Denn sie können mich zwar zum Teil gut verstehen, nur ich sie ja leider nicht. ;) Da Elke oft mit ihnen auf Deutsch redet verstehen sie Einiges, aber sie sprechen fast ausschließlich Portugiesisch. Bis auf "Bitte", das sagen sie auf Deutsch, denn es ist einfacher auszusprechen als "por favor". :)

Die portugiesische Sprache gehört nun zu meinem Alltag dazu und ich gewöhne mich langsam daran, rund um die Uhr damit konfrontiert zu werden. An einigen Tagen nehme ich es ganz locker hin, dass ich mich an der Arbeit und in der WG nicht so verständigen kann, wie ich das möchte. An anderen Tagen ärgert es mich allerdings und ich würde mir einfach wünschen, mich mit den Kids und den Mitarbeiterinnen unterhalten zu können. Sich eben kennenlernen zu können. Naja, alles zu seiner Zeit ;). Letztes Wochenende hat mir Jessi am Morgen erzählt, dass ich Nachts im Schlaf sogar etwas auf Portugiesisch geredet hätte, das hat mich natürlich gefreut ;).


Unter der Woche bekommen wir in der Creche täglich Reis mit Bohnen serviert. Wie gut!!!!, dass es tatsächlich ganz gut schmeckt, sonst wäre ich in dem halben Jahr etwas aufgeschmissen ;). Aber man freut sich doch sehr, wenn man sich am Wochenende dann mal Nudeln oder auch Kartoffeln machen kann, und das nicht nur als Beilage zum Reis. ;)



 Heute werde ich mit Elke nochmal ein paar Vokabeln durchgehen und am Abend werden wir gemeinsam in deren Gottesdienst gehen, ich bin mal gespannt.



Ich wünsche euch noch einen wunderschönen und gesegneten Sonntag und morgen einen guten Start in die neue Woche!
Liebste Grüße,
eure Vanessa :)

Dienstag, 13. März 2012

Der Creche-Alltag!

Hallöchen meine Lieben,

Nun ist schon fast wieder Mitte der Arbeistwoche und ich muss sagen, sie hat gut begonnen. Die Arbeit mit den Kids und den anderen Mitarbeiterinnen bereitet mir jeden Tag wieder neu Freude und auch die lange Arbeitszeit ist zu verschmerzen, denn die Tage sind immer sehr abwechslungsreich. Auch wenn die Sprachkentnisse aus immer noch nicht all zu vielen Wörtern bestehen, hatte ich diese Woche schon teilweise tolle "Gespräche" mit den brasilianischen Mitarbeiterinnen, mit Händen, Füßen und Gesten eben :). Zudem haben einige gezeigt, dass sie mich sympathisch finden, was einfach gut tut, Mut macht und den Arbeitsalltag verschönert. Insgesamt sind wirklich nur tolle Mitarbeiterinnen dort, die sich individuell mit viel Liebe um die Kinder kümmern und diesen von Gott erzählen. Heute war die Geschichte vom "Verlorenen Sohn" dran. Die Kinder waren Feuer und Flamme für diese!! :)

Ich will euch ein kleines bisschen mit in meinen Creche-Alltag nehmen. Bevor wir drei Praktikantinnen zur Creche gehen, holen wir Brötchen für die Kinder und uns. In der Creche angekommen heißt es dann Fenster öffnen, Stühle runter stellen, Räume vorbereiten, Frühstück für die Kids fertig machen und die ersten Kinder annehmen, die gebracht werden. Danach haben wir in der Regel Zeit, um selber zu frühstücken. Brötchen mit Butter. (Um ein bisschen Abwechselung reinzubringen kaufen wir uns selber ab und an Marmeldade dafür oder wir machen uns Kakao-Pulver darauf.....es schmeckt tatsächlich okay ;)). Dann teilen Meike, Jessi und ich uns für den Morgen auf. Einer geht zu den "Großen", einer zu den "Kleinen" und einer darf/muss Putzen. In dieser Zeit heißt es bei den Kleinen: Wickeln, Füttern, Baden, Musik hören und mit ihnen tanzen!!, Spielen, usw.! Bei den Großen wird auch gemeinsam gefrühstückt, es gibt "Freispiel" und danach wird eine Bibelgeschichte erzählt. Die Zeit bis zum Mittagessen wird unterschiedlich gestaltet. Es gibt Kleingruppen, in denen diese gefördert werden, oder sie dürfen draußen spielen, und und und. Etwas typisch Brasilianisches ist die Musik als ständiger Begleiter am Tag. Fast bei allen Aktivitäten wird Musik (zum Teil wirklich laut) gespielt, jede Mitarbeiterin singt während der Arbeit und die Kinder sind beim Tanzen begeistert dabei.
Nach dem Mittagessen gibt es für alle eine Mittagsschlaf-Zeit. Dabei liegen die Kleinen in ihrem Teil der Creche in kleinen Gitterbettchen und die Großen im anderen Teil auf Matratzen auf dem Boden. Jeweils eine Stunde legen wir Praktikantinnen uns dazu und sind da, falls was ist. In dieser Zeit haben die Mitarbeiterinnen Pause und danach sind wir dran.
Am Nachmittag teilen wir uns wieder neu ein, wer zu den Großen, Kleinen oder zum Putzen geht. Das Putzen spielt in der Creche eine große Rolle. Jede Woche wird neu FAXINA (Großputz) gemacht, wie das in Deutschland in der Regel einmal im Jahr der Frühlingsputz ist. Zudem muss jegliche Wäsche (auch Handtücher, Waschlappen und so weiter) gebügelt werden, da es nur Kaltwäsche gibt und die Wäsche durch die Hitze des Bügeleisens desinfiziert werden soll. Anderweitig betreuen wir die Kids dann bei verschieden Aktivitäten und müssen zum Ende des Tages hin jegliche Räume gründlich reinigen, was wieder einige Zeit in Anspruch nimmt. Gegen 17:30 - 18:00 Uhr ist dann alles erledigt und die Kinder wurden in der Regel abgeholt ;). Die Mischung zwischen Zeit mit den Kids verbringen und Putzen bewerte ich als sehr positiv. Es bringt einen guten Ausgleich in den Creche-Alltag. Bis jetzt bin ich keinen Tag aus der Creche nach Hause gegangen, bei dem ich keine Freude im Herzen gehabt habe. Natürlich sind auch immernoch problematische oder auch unangenehme Situationen dabei, aber Gott stärkt mich da einfach total, sodass ich jeden Tag neu für ihn in der Creche arbeiten kann und seine Liebe weitergebe. :)

Bereits seit dem Wochenende haben sich die für Sao Paulo typischen Gewitter eingestellt. Spätestens am Nachmittag oder am Abend wird es richtig finster, es blitzt und donnert und regnet sehr extrem. Ich würde schon sagen, dass das Gewitter hier kräftiger und lauter ist, als in Deutschland. Aber es schneit nicht, so wie es auf dem Foto vielleicht wirkt. Es sind nur die Regentropfen auf der Linse ;).



Nun ist es bei euch bereits 3:30 Uhr und ihr schlaft hoffentlich gut. Ich werde mich nun auch hinlegen und wünsche euch noch eine gute Restwoche! Ich danke euch von Herzen dafür, dass ihr an mich denkt und für mich betet! :)

Um grande abraco (eine große Umarmung),
eure Tia (Tante) Vanessa :) (so wird man von den Kindern genannt :))

Samstag, 10. März 2012

Elend, wohin man sieht ...

"Bom Dia" alle zusammen!

Eine komplette Woche in der Creche ist vergangen und insgesamt kann ich nur sagen, dass es sehr gut!!! war. :) Rechts auf dem Foto seht ihr den Eingang zu der Creche. Die Tage waren jeweils voll mit Herausforderungen, aber auch viel Freude im Herzen. Die Arbeit mit den Kids macht sehr viel Spaß, auch wenn es zum Teil anstrengend ist. Aber es ist schön zu sehen, wie sie es genießen mal in den Arm genommen zu werden, wie sie es lieben!! in den Mittagsschlaf gekrault zu werden und wie gerne sie mit einem herumalbern. Das alles geht für mich auch ohne Sprache :). Aber ich kann jetzt auch schon Wörter wie "Vorsicht, Achtung" (Cuidado), "Das ist nicht erlaubt" (Nao Pode) und andere, die definitiv auch gebraucht werden ;). Ich merke gerade einfach, wie sehr ich am richtigen Ort bin, das hilft mir sehr über die manchmal auch nicht so leichten Stunden hinweg, die aber bereits immer seltener werden :).

Gestern war allerdings ein sehr krasser und prägender Abend. Ich war das erste mal mit auf einem Einsatz. Da gehen sie in Gruppen von der CENA aus auf die Straßen in der Innenstadt (direkt mittendrinne lebe ich in der Wohnung der CENA), begrüßen die Menschen dort, reden mit ihnen, wenn auch diese es wollen, und wenn es jemand mag, beten sie auch für sie. Wir waren nur eine knappe Stunde unterwegs, aber als wir am Ende für einen Jungen gebetet haben, der seit 1 1/2 Monaten auf der Straße lebt und von sich aus zu uns kam, konnte ich nur noch weinen. Überall sitzen und stehen abgemagerte (nicht ausschließlich) Prostituierte. Die Menschen sitzen im Vollrausch und beim Crackrauchen neben den Müllsäcken. Kinder/Jugendliche sind in Gruppen zusammen auf der Straße, damit sie überhaupt eine Chance zum Überleben haben und andere waschen sich in den Pfützen. Donnerstag haben wir den Müll von der Creche zur Müllstelle um die Ecke gebracht, und du hast den Müll vor lauter Menschen nicht gesehen, die nach etwas Essbarem gesucht haben. Und gestern hat es mich überwältigt. Man hat es das erste mal auch gefühlsmäßig richtig realisiert, was ein Elend dort auf der Straße ist :(. Aber auch das kann man nur an Gott abgeben! Aber es ist schon hart, das alles zu sehen. Und der Junge, der zu uns kam um für sich beten zu lassen geht mir nicht mehr aus dem Kopf!!!

Hier links auf dem Foto seht ihr genau in der Mitte ein großes zerfallenes Haus. Gerade in diesem leben leider viele unserer Creche-Kinder mit ihren Familien. Oftmals mit vielen Personen in einem kleinen Zimmer.


Nach dieser Woche ist das Wochenende jetzt dringend nötig, und ich bin noch gestern Abend mit Meike und Jessi in die Wohnung einer Missionarin etwas außerhalb gefahren, in der wir immer herzlich willkommen sind. Die Missionarin ist zur Zeit im Urlaub, und wir dürfen uns hier wie zu Hause fühlen. Es gelingt gut, hier etwas Abstand zu bekommen. Wir werden heute mal in einen nahegelegenen Park gehen, um auch mal etwas draußen sein zu können, was in der Innenstadt nicht ohne weiteres möglich ist. Ich wünsche euch allen von Herzen ein schönes Wochenende und ich denke auch an euch!!

Eine liebe Umarmung,
Vanessa :) 

Dienstag, 6. März 2012

Umzug

Boa Noite meine Lieben!!

Nach einem langen Arbeitstag wollte ich euch wenigstens kurz berichten, was es Neues gibt. :)

Seit Sonntag Abend bin ich nun in das Zentrum von Sao Paulo (Stadtteil Luz) gezogen. Hier lebe ich mit 5 anderen Frauen in einer Wohnung (3 Brasilianerinnen und 2 Deutsche). Wir teilen uns jeweils zu Dritt ein Zimmer. Ich bin mit einer brasilianischen Arbeitskollegin und einer anderen Praktikantin (Meike) im Zimmer. Wir leben im 10. Stock und doch hört man die Nacht über das Geschrei auf der Straße. Auch der Fahrstuhl neben der Wohnung

bereitet uns Nachts große Freude ;). ABER ich bin sehr dankbar, dass ich nun in das Zentrum ziehen konnte. Somit bleibt einem die lange Zugfahrt in der Rush-Hour-Zeit nun erspart und man kann diese Zeit anders nutzen! Man läuft von der Creche 5 Minuten zur Wohnung, das ist Luxus :).(Bild bei Nacht von unserem Balkon aus; Bild bei Tag zeigt die Aussicht von der anderen Seite der Wohnung aus.)


 Nach und nach lerne ich immer mehr portugiesische Wörter, sodass ich in der Creche halbwegs zurecht komme. Zudem eben mit Händen und Füßen :). Beim Einkaufen heute war es schon wieder etwas problematischer. ;)
Mein Abend heute war gefüllt mit einkaufen, einem gemütlichen Abendessen mit Jessi und Meike und späterem Vokabeln lernen. Dann ist der Tag aber auch schon wieder rum und ich muss mich für den nächsten anstrengenden, aber auch echt schönen Arbeitstag ausruhen :).

Ich wünsche euch eine gute Nacht!!
Deus abencoe voce!!!
Eure Vanessa :)

Samstag, 3. März 2012

Die ersten Tage liegen hinter mir...

Boa Tarde!! :)

Meine ersten Tage in Sao Paulo sind nun geschafft und ich habe bereits einiges erlebt!
Am Mittwoch habe ich mit Elke die Creche (Kindertagesstätte) besucht und mir alles einmal angeschaut und auch die Mitarbeiterinnen kennen gelernt. Zudem sind wir in das Zentrum der Mission gefahren und dort habe ich nochmal unzählige Mitarbeiter der Mission angetroffen. Durch das Sprachdefizit ist "kennen lernen" wohl der falsche Ausdruck, aber ich habe bereits viele Menschen der CENA getroffen. ;)
In der Kita arbeiten ebenfalls 2 andere deutsche Praktikantinnen, die super lieb sind. Sie haben mich direkt in die Arbeit eingeführt und mir einiges erklärt. Am gleichen Abend bin ich mit einer von ihnen zu meinem derzeitigen Wohnort gefahren. Man fährt in der Rush Hour mindestens! eine Stunde. Und schon erlebte ich meinen ersten Schock. Die Brasilianer sind ein super freundliches Volk, aber wenn es um das Zugfahren geht, kennnen sie kein Pardon. (Frankfurt ist gar nichts dagegen ;)). Wir mussten an der Haltestelle aussteigen und Jessie (andere Praktikantin) war auch schon draußen, jedoch sind die Menschenmassen so in den Zug gestürmt, sodass ich nicht aus dem Zug kam, bis mir ein netter Herr ein bisschen Platz !erkämpft! hat und Jessie mich rausziehen konnte (und ihr wisst, ich bin nicht schwach ;)). Aber wir sind an dem Abend noch gut in die Wohnung gekommen, in der ich mir mit Jessie ein kleines Zimmer teile.

Am Donnerstag hat die Arbeit in der Creche richtig begonnen. Schwitzen und Fußschmerzen gehören bei der harten Arbeit und dem Klima dazu. Ich arbeite täglich von 8 Uhr - 18 Uhr + die Fahrten mit dem Zug. Ca. den halben Tag arbeite ich mit den Kindern und die restliche Zeit des Tages wird geputzt, gebügelt, ...! Die Sprache bereitet mir noch große Probleme. Ich bete viel, dass es mir irgendwie leicht fällt die Sprache zu lernen! Es ist soo viel Neues, was mich zum Teil auch an meine Grenzen bringt (und ein bisschen Heimweh ist auch dabei), aber Freitag hat Gott mir wieder den Sinn gezeigt, wieso ich hier bin. :)

Denn gestern hatte ich einen wunderschönen Tag an der Arbeit. Ich habe die Kinder schon richtig in mein Herz geschlossen und versuche ihnen auch ohne Sprache Liebe zu geben. Unter welchen Umständen die Kinder hier leben und aufwachsen hat mir absolut gezeigt, warum ich hier bin. Die Kinder der Creche haben schon viel Schlimmes erlebt und tuen es auch weiterhin, sie leben unter ärmsten Bedingungen und nicht selten ist die Mutter eine Prostituierte, Obdachlose, Drogenabhängige oder aber sie ist im Gefängnis. Gott hat mich aus einem bestimmten Grund hier hergestellt und diesen Sinn durfte ich gestern ganz bewusst spüren, ohne die Heimat zu sehr zu vermissen. Zum Alltag gehört auch neben den schlafenden Obdachlosen herzulaufen, Urin und Kot in den Straßen vorzufinden oder aber auch neben der Creche crack-rauchenden Menschen zu begegnen. Man kann nur an sie denken und für sie beten!!!

Das Wochenende über bin ich nun wieder bei Elke und Adriano, um mich ein bisschen zu erholen. Sie nehmen mich hier so lieb auf und unterstützen mich sehr. :)

Ein paar erste Beobachtungen zum brasilianischen Volk und der Kultur:
- das Toiletten!papier wird nicht in die Toilette geworfen, sondern in den Mülleimer
- hupen steht hier für "Achtung ich komme!", dementsprechend hupt hier jeder ;)
- frühstücken ist hier überbewertet, kaum einer frühstückt richtig
- wer nicht jeden Tag mindestens 1-2 Mal duscht, und sich nicht nach jeder kleinen Mahlzeit die Zähne putzt, gilt als unhygienisch
- ...!!

Ich genieße gerade meinen freien Tag und bedanke mich bei euch für jedes An-mich-denken und Für-mich-beten!! Ich denke auch an euch!!
Allerliebste Grüße,
Vanessa