Meine ersten Tage in Sao Paulo sind nun geschafft und ich habe bereits einiges erlebt!
Am Mittwoch habe ich mit Elke die Creche (Kindertagesstätte) besucht und mir alles einmal angeschaut und auch die Mitarbeiterinnen kennen gelernt. Zudem sind wir in das Zentrum der Mission gefahren und dort habe ich nochmal unzählige Mitarbeiter der Mission angetroffen. Durch das Sprachdefizit ist "kennen lernen" wohl der falsche Ausdruck, aber ich habe bereits viele Menschen der CENA getroffen. ;)
In der Kita arbeiten ebenfalls 2 andere deutsche Praktikantinnen, die super lieb sind. Sie haben mich direkt in die Arbeit eingeführt und mir einiges erklärt. Am gleichen Abend bin ich mit einer von ihnen zu meinem derzeitigen Wohnort gefahren. Man fährt in der Rush Hour mindestens! eine Stunde. Und schon erlebte ich meinen ersten Schock. Die Brasilianer sind ein super freundliches Volk, aber wenn es um das Zugfahren geht, kennnen sie kein Pardon. (Frankfurt ist gar nichts dagegen ;)). Wir mussten an der Haltestelle aussteigen und Jessie (andere Praktikantin) war auch schon draußen, jedoch sind die Menschenmassen so in den Zug gestürmt, sodass ich nicht aus dem Zug kam, bis mir ein netter Herr ein bisschen Platz !erkämpft! hat und Jessie mich rausziehen konnte (und ihr wisst, ich bin nicht schwach ;)). Aber wir sind an dem Abend noch gut in die Wohnung gekommen, in der ich mir mit Jessie ein kleines Zimmer teile.
Am Donnerstag hat die Arbeit in der Creche richtig begonnen. Schwitzen und Fußschmerzen gehören bei der harten Arbeit und dem Klima dazu. Ich arbeite täglich von 8 Uhr - 18 Uhr + die Fahrten mit dem Zug. Ca. den halben Tag arbeite ich mit den Kindern und die restliche Zeit des Tages wird geputzt, gebügelt, ...! Die Sprache bereitet mir noch große Probleme. Ich bete viel, dass es mir irgendwie leicht fällt die Sprache zu lernen! Es ist soo viel Neues, was mich zum Teil auch an meine Grenzen bringt (und ein bisschen Heimweh ist auch dabei), aber Freitag hat Gott mir wieder den Sinn gezeigt, wieso ich hier bin. :)
Denn gestern hatte ich einen wunderschönen Tag an der Arbeit. Ich habe die Kinder schon richtig in mein Herz geschlossen und versuche ihnen auch ohne Sprache Liebe zu geben. Unter welchen Umständen die Kinder hier leben und aufwachsen hat mir absolut gezeigt, warum ich hier bin. Die Kinder der Creche haben schon viel Schlimmes erlebt und tuen es auch weiterhin, sie leben unter ärmsten Bedingungen und nicht selten ist die Mutter eine Prostituierte, Obdachlose, Drogenabhängige oder aber sie ist im Gefängnis. Gott hat mich aus einem bestimmten Grund hier hergestellt und diesen Sinn durfte ich gestern ganz bewusst spüren, ohne die Heimat zu sehr zu vermissen. Zum Alltag gehört auch neben den schlafenden Obdachlosen herzulaufen, Urin und Kot in den Straßen vorzufinden oder aber auch neben der Creche crack-rauchenden Menschen zu begegnen. Man kann nur an sie denken und für sie beten!!!
Das Wochenende über bin ich nun wieder bei Elke und Adriano, um mich ein bisschen zu erholen. Sie nehmen mich hier so lieb auf und unterstützen mich sehr. :)
Ein paar erste Beobachtungen zum brasilianischen Volk und der Kultur:
- das Toiletten!papier wird nicht in die Toilette geworfen, sondern in den Mülleimer
- hupen steht hier für "Achtung ich komme!", dementsprechend hupt hier jeder ;)
- frühstücken ist hier überbewertet, kaum einer frühstückt richtig
- wer nicht jeden Tag mindestens 1-2 Mal duscht, und sich nicht nach jeder kleinen Mahlzeit die Zähne putzt, gilt als unhygienisch
- ...!!
Ich genieße gerade meinen freien Tag und bedanke mich bei euch für jedes An-mich-denken und Für-mich-beten!! Ich denke auch an euch!!
Allerliebste Grüße,
Vanessa
das hört sich doch alles ziemlich aufregend an. bin neidisch ^^
AntwortenLöschenund das wird alles noch viel schöner, wenn du dich ein wenig eingelebt hast.
und ich bin mir sicher dass du da ne ganz tolle und wichtige Sache machst. bin stolz auf dich!
berit
oha...die haben das ja mit der hygiene :D wäre nichts für mich^^
AntwortenLöschenIch wette du findest das nötige "feingefühl" für's Zugfahren ;D
Und immer drann denken, Menschen sind Gewohnheitstiere! ;o)
Hdgdl :-*
Liebe Vanessa,
AntwortenLöschenoh wie aufregend ist das. Da werd ich ja auch richtig aufgeregt, wenn man das so alles liest.
Ich bin mir auch so sicher, dass du dort an der richtigen Stelle bist und du tust den Kindern so viel Gutes damit, wenn du sie mit deiner einzigarigen und herzlichen Art ansiehst und sie in die Arme nehmen kannst.
Schön, dass du dich dort das traust, wo manch einer einschließlich ich Muffensausen hätten ;-) Es ist super das es so Menschen wie dich gibt!
HDGDL, Deine Miri
Meine Güte ... ich muss wirklich etwas Bewunderung aussprechen. Ich glaube, ich könnte sowas gar nicht. Ich finde es super, dass du diesen Schritt getan hast und dort runtergeflogen bist.
AntwortenLöschenIch denke in letzter Zeit öfter an dich und wünsche dir noch alles Gute und viel Freude auch bei der harten Arbeit ;)
Wenn das eine aus der Schneider-Familie packt, dann ja wohl du :D