Samstag, 10. März 2012

Elend, wohin man sieht ...

"Bom Dia" alle zusammen!

Eine komplette Woche in der Creche ist vergangen und insgesamt kann ich nur sagen, dass es sehr gut!!! war. :) Rechts auf dem Foto seht ihr den Eingang zu der Creche. Die Tage waren jeweils voll mit Herausforderungen, aber auch viel Freude im Herzen. Die Arbeit mit den Kids macht sehr viel Spaß, auch wenn es zum Teil anstrengend ist. Aber es ist schön zu sehen, wie sie es genießen mal in den Arm genommen zu werden, wie sie es lieben!! in den Mittagsschlaf gekrault zu werden und wie gerne sie mit einem herumalbern. Das alles geht für mich auch ohne Sprache :). Aber ich kann jetzt auch schon Wörter wie "Vorsicht, Achtung" (Cuidado), "Das ist nicht erlaubt" (Nao Pode) und andere, die definitiv auch gebraucht werden ;). Ich merke gerade einfach, wie sehr ich am richtigen Ort bin, das hilft mir sehr über die manchmal auch nicht so leichten Stunden hinweg, die aber bereits immer seltener werden :).

Gestern war allerdings ein sehr krasser und prägender Abend. Ich war das erste mal mit auf einem Einsatz. Da gehen sie in Gruppen von der CENA aus auf die Straßen in der Innenstadt (direkt mittendrinne lebe ich in der Wohnung der CENA), begrüßen die Menschen dort, reden mit ihnen, wenn auch diese es wollen, und wenn es jemand mag, beten sie auch für sie. Wir waren nur eine knappe Stunde unterwegs, aber als wir am Ende für einen Jungen gebetet haben, der seit 1 1/2 Monaten auf der Straße lebt und von sich aus zu uns kam, konnte ich nur noch weinen. Überall sitzen und stehen abgemagerte (nicht ausschließlich) Prostituierte. Die Menschen sitzen im Vollrausch und beim Crackrauchen neben den Müllsäcken. Kinder/Jugendliche sind in Gruppen zusammen auf der Straße, damit sie überhaupt eine Chance zum Überleben haben und andere waschen sich in den Pfützen. Donnerstag haben wir den Müll von der Creche zur Müllstelle um die Ecke gebracht, und du hast den Müll vor lauter Menschen nicht gesehen, die nach etwas Essbarem gesucht haben. Und gestern hat es mich überwältigt. Man hat es das erste mal auch gefühlsmäßig richtig realisiert, was ein Elend dort auf der Straße ist :(. Aber auch das kann man nur an Gott abgeben! Aber es ist schon hart, das alles zu sehen. Und der Junge, der zu uns kam um für sich beten zu lassen geht mir nicht mehr aus dem Kopf!!!

Hier links auf dem Foto seht ihr genau in der Mitte ein großes zerfallenes Haus. Gerade in diesem leben leider viele unserer Creche-Kinder mit ihren Familien. Oftmals mit vielen Personen in einem kleinen Zimmer.


Nach dieser Woche ist das Wochenende jetzt dringend nötig, und ich bin noch gestern Abend mit Meike und Jessi in die Wohnung einer Missionarin etwas außerhalb gefahren, in der wir immer herzlich willkommen sind. Die Missionarin ist zur Zeit im Urlaub, und wir dürfen uns hier wie zu Hause fühlen. Es gelingt gut, hier etwas Abstand zu bekommen. Wir werden heute mal in einen nahegelegenen Park gehen, um auch mal etwas draußen sein zu können, was in der Innenstadt nicht ohne weiteres möglich ist. Ich wünsche euch allen von Herzen ein schönes Wochenende und ich denke auch an euch!!

Eine liebe Umarmung,
Vanessa :) 

3 Kommentare:

  1. Denke an Dich liebe Vanessa, und mit jedem Tag mehr gewinnst Du mehr Sicherheit und auch Sprachkenntniss. Und Deine Liebe spüren die Kinder auch so... Möge Gott und viele liebe Freunde dort Dein Herz immer wieder neu auffüllen!!!
    Gruß Biggi!

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  2. Ohman Schwesterherz!
    Das hört sich echt hart, aber doch wieder liebenswürdig an! :)

    Und es is schön, das du merkst, wie Gott dich an den richtigen Platz gestellt hat! :)

    Ich freu mich immer über neue Blockeinträge von dir :)
    Das ermutigt einen irgendwie :)

    Gott segene dich und die Arbeit in Brasilien! ;)

    Dein Brother

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  3. Hey Vanessa, immer schön, von dir zu hören.

    Krass, wie es da zu geht .... und dass du dir das nach so kurzer Zeit schon zutraust, echt stark.
    Es freut mich sehr zu hören, dass du spürst, du bist dort am richtigen Platz.
    Ich denke an dich und bete, dass du für deine Arbeit dort gestärkt wirst.

    Weißt du, als ich das gelesen habe, ist mir neu bewusst geworden, wie klein meine Probleme eigentlich sind. Das tut (so dumm es klingt) echt gut, um mal wieder die Welt im richtigen Licht zu sehen.

    Gruß
    Christian

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