Mittwoch, 30. Mai 2012

Freitag geht es in den Urlaub :)

Meine Lieben,

bevor ich diesen Freitag nun in meinen Urlaub starte, möchte ich euch noch kurz berichten, wie meine letzten Tage waren. Am Wochenende haben wir vier Praktikantinnen Freunde von uns besucht und dort übernachtet. Es war eine richtig tolle und gesegnete Zeit, die wir zusammen verbringen konnten. Wir haben gemeinsam gegessen, geredet, gelacht und "Acai" gegessen, was eine typische brasilianische Frucht ist. Diese isst man als Eis mit Bananen und Müsli darüber. Es war interessant und es hat doch echt gut geschmeckt :). Am Sonntag Morgen sind wir gemeinsam zur Bibelstunde, die generell hier in Brasilien oft Sonntag morgens ist, da der Gottesdienst in der Regel abends stattfindet. Mittags wurde uns wieder ein super Essen gekocht und wir haben die gemeinsame Zeit mit einem Spaziergang im Park ausklingen lassen. Es war eine Zeit, in der ich mich mit den Mädels aus Deutschland, Paula&Sarah und ihren Eltern sehr wohl gefühlt habe.  

Am Montag bin ich wieder gut in die neue Arbeitswoche gestartet. Ich fühle mich in der CENA und mit den Mitarbeitern immer wohler und es war bis hierhin schon eine gute Arbeitszeit. Am Montag war den ganzen Tag Kleider sortieren angesagt. Wir haben die Anziesachen aus der Kleiderkammer sortiert, damit für den nächsten Tag (dieObdachlosenspeisung) alles bereit war. Am Dienstag kamen dann wieder die Obdachlosen in die CENA und es waren richtig viele. Es waren bestimmt über 130 Obdachlose da. Ich habe viel praktisch mitgeholfen, indem ich Essen ausgeteilt und geputzt habe, aber auch indem ich für Obdachlose beten durfte oder mit ihnen geredet habe. Heute bin ich mit zwei Missionarinnen in den Park hier in Luz und wir haben die Prostituierten "besucht". Wir sind durch den Park gelaufen, haben die Frauen begrüßt, mit ihnen geredet und Gebetsanliegen aufgeschrieben, wenn sie welche hatten. Danach sind wir zurück in die CENA und haben für die einzelnen Prostituierten gebetet. Gott sieht hier alle Menschen am Rande der Gesellschaft und er hat jeden Einzelnen lieb, das ist so gut zu wissen und es ist schön, dass ich hier für IHN arbeiten darf und seine Liebe weitergeben kann, in unterschiedlicher Art und Weise! Bitte betet doch für alle diese Menschen! Oft suchen sie einen Ausweg aus all dem Leid in Drogen und Alkohol. Hier in Sao Paulo hört man fast täglich ein Feuerwerk, aber nicht aus den Gründen, wieso wir es in Deutschland haben. Nein, entweder hat eine beliebte Fußballmannschaft gewonnen ;), oder aber hier in Luz ist eine neue Drogenladung eingetroffen. So wissen dann alle Obdachlosen, dass sie sich neues Crack besorgen können. Das ist wirklich schlimm und nimmt Dimensionen an, die wir uns oft nicht vorstellen können!

Andererseits konnte ich die Woche Einiges mit Meike unternehmen, da wir erst mittags beginnen zu arbeiten. Wir sind auf einen Aussichtsturm hier in Luz, wo wir über "ganz" Sao Paulo blicken konnten. Dieser Blick war gigantisch. Anzahlmäßig leben fast 1/4 der deutschen Bevölkerung in Sao Paulo, diese Größe kann man sich kaum vorstellen. Zudem sind wir in ein berühmtes Kunstmuseum gegangen und haben Bilder von Künstlern wie Monet, Picasso, van Gogh, Leonardo da Vinci, und Weiteren gesehen. Morgen werden wir in ein Probekonzert des Sinfonieorchesters von Sao Paulo im "Sala Sao Paulo" gehen, der mit zu den vier besten Konzerthallen der Welt gehört und fast direkt neben unserer Creche ist! Ich bin gespannt.

Ich bin Gott gerade einfach sehr dankbar für die Zeit hier, brauche aber auch täglich seine Kraft, denn alleine würde ich das hier alles nicht schaffen. Auch bin ich dankbar für die anderen Praktikantinnen, die einfach zu Freundinnen geworden sind. So kann man sich gegenseitig unterstützen und das Abenteuer zusammen genießen.
So freue ich mich auch, dass ich nun diesen Freitag mit Jessi in den Urlaub starten kann und ich bin froh, auch noch andere Seiten von Brasilien kennenzulernen. Wenn ich wieder in Sao Paulo bin werde ich euch berichten, was ich erlebt und gesehen habe. Ich bin dankbar für alle Gebete und alles An-mich-denken.

Ich habe euch lieb,
eure Vanessa

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