Ihr lieben in Deutschland,
nun sind tatsaechlich schon wieder 2 Wochen vergangen und ich bin von der absolut laendlichen Farm wieder in der Riesenmetropole Sao Paulo angekommen. Ich durfte eine sehr gute Zeit auf der Farm erleben, die aber auch anstrengend und neu herausfordernd war.
Mit Jessi und einem anderen deutschen Ehepaar (Marc und Hanna) durften wir dort gemeinsam als Praktikanten mitarbeiten. Die Farm hat zur Zeit ca. 35-40 Maenner und 7 Frauen, und dabei war ich ausschliesslich fuer die Frauen zustaendig. Die "Schueler/innen" sind aus den verschiedensten Lebenssituationen gekommen, leider aber wirklich aus Schlimmen bis Dramatischen. Auf der Strasse haben sie alle gelebt, manche schon ihr halbes Leben. Drogen, Alkohol, Gewalt, Prostitution und vieles mehr haben ihren Alltag bestimmt.
Auf die Farm sind sie nun gekommen, um einen Entzug von der jeweiligen Sucht zu machen und vor allem auch Gott kennenzulernen. Meine Aufgabe war es, den Alltag mit ihnen zu leben. Das hiess fuer mich um 7 Uhr aufstehen, zwei trockene Broetchen mit gesalzener Margarine essen, und danach entweder die Frueh- oder Spaetschicht uebernehmen. Je nachdem was die Tagesleitung dann gesagt hat, wurde direkt gearbeitet, oder erst "Stille Zeit" gemacht. Ich habe dann mit den Frauen gemeinsam nicht auf dem Feld, aber im Garten gearbeitet. Und zwar habe ich 2 Wochen lang mit ihnen Gras weggehackt. Ja ihr habt richtig gelesen. Das ist auf der Farm super wichtig, da die Schlangen sonst zu den Wohnhaeusern kommen, und somit wird als Schutz ueberall um diese herum das Gras weggehackt. Die Arbeit war super anstrengend und Blasen an den Haenden liessen sich auch nicht vermeiden, aber sie hat gleichzeitig sehr gut getan, und man hat dadurch auch guten Kontakt mit den Frauen bekommen. Sonst hat man mit ihnen die Freizeit verbracht, zusammen gespielt, Gottesdienste gehabt, gemeinsam am See gesessen, mit ihnen mittags und abends Reis mit Bohnen gegessen und vor allem gemeinsam Fernseh geschaut (wovon sie oft auch nicht loszukriegen waren). Sonst habe ich so gut wie moeglich versucht mit den Frauen zu reden, aber auch einfach Glauben vorzuleben. Jeweils Mittwoch abends haben wir einen Frauenabend mit ihnen gemacht, wo wir fuer sie gebacken, ihnen Masken gemacht haben und gemeinsam einmal das Thema "Du bist wertvoll!" und ein anderesmal "Frau sein - wie Gott es sich vorstellt" vorbereitet haben und Hanna es mit ihrem super Portugieisch ausgefuehrt hat.
Die naechste Zeit werde ich nun bei der Missionarin Mada leben, die kommende Woche in dem Zentrum der CENA arbeiten und mich ganz besonders auf Freitag freuen, an dem meine Freundin Berit hier in Sao Paulo landet und 2 1/2 Wochen mit mir verbringt.
Ich wuensche euch heute einen super schoenen Sonntag, morgen einen guten Start in die neue Woche und Gottes Segen fuer alles, was bei euch ansteht! Fuehlt euch ganz lieb umarmt,
eure Vanessa
Hey Vanessa, ich wollte mich auch mal wieder melden. Hab ja schon lange nichts mehr geschrieben.
AntwortenLöschenIch finde es immer wieder spannend, wie du deine Zeit dort verbringst und was du alles erlebst. Ich glaube, wenn wir hier nur halb so viel von dem um die Ohren hätten, was du dort hast, ginge es in unserem Glaubensleben auch ein bisschen schneller voran.
Freut mich zu hören, dass du etwas Verstärkung bekommst und ich wünsche euch beiden eine schöne und abwechslungsreiche und vor allem gesegnete Zeit dort.
Gruß
Christian